Boulevardtheater Dresden

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Georg Wintermann Boulevard Theater Dresden Spielplan

Georg Wintermann

Am 29. Februar 1956 wurde ich in einem kleinen Ort geboren, der auf der Grenze der Länder Brandenburg/Sachsen liegt. Mal gehörte das Dörflein zu dem einen Bundesland mal zu dem anderen. Deshalb bezeichne ich mich auch als Sachsenburger oder als Brandsachse. Während der Schulzeit hatte ich viel Zoff mit den Lehrern und anderen Obrigkeiten, schmiss die Schule und ging als blinder Passagier auf ein Schiff, was in Oreganon die Ladung löschte. Das überraschte mich, weil ich dachte, ich würde in Cayenne landen, im Land, wo der Pfeffer wächst. Da ich vollkommen mittellos war, blieb ich in Oreganon und arbeitete zunächst als Hafenarbeiter. Als uriger Typ wurde ich von dem Leiter der städtischen „Kleinen klaren Bühne“ entdeckt und spielte in dem Stück „Der alte Mann und das Fass Teer“ einen Hafenarbeiter und blamierte mich vollkommen. Die Kritik bescheinigte mir hölzerner zu sein als Kaminscheite. Das verletzte mich tief und ich beschloss, nie mehr eine Bühne zu betreten. Stattdessen fing ich an, mir meinen Lebenskummer von der Seele zu schreiben.

Da ich nun mit dem Theater bereits Kontakt hatte, schrieb ich die Tragödie „Pension Poller“ über die Härten des Hafenarbeiterdaseins. Das Stück wurde aufgeführt und hatte einen Riesenerfolg – als Komödie. Daraufhin beschloss ich, mir das Leben zu nehmen oder nach Deutschland zurückzukehren. Ich wählte das größere Übel und landete wieder in einem Dorf, nahe der polnischen Grenze. Dort schrieb ich meinen ersten großen Roman „Faust – ohne Daumen“, der in Teilstücken als Gedichtband herausgegeben wurde. In meinen noch unveröffentlichten Memoiren steht seitdem: „Alles was ich anpacke, wird anders. Das ist dialektisch und philosophisch metamorph. Ich bin ein Chamäleon was gelb aussieht, wenn es blau sein möchte.“